DEUTSCHLAND

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Kryptik Wood – Black and Grey

Kryptik Wood ist ein Trio, das sich auf dieser CD der Musik aus dem Mittelalter und der Renaissance verschrieben hat, Die Besetzung ist mit Gitarre/Drehleier, Harfe und Percussion, verstärkt durch Gesang (Scarborough Fair) und 2. Drehleier (Tourdion, Saltarello) dafür wie geschaffen.

Wer oben genannte Stücke, sowie Greensleeves (auch auf der CD) mag und nichts gegen Harfe oder Drehleier hat, für den/die dürften die 46 Minuten der Scheibe ein Genuss sein.

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Das Debüt des Hamburger Liedermachers ist bereits 2015 erschienen. Die elf Songs passen zu seinem Umfeld bei den Pfadfindern. Die Themen sind allesamt nicht neu, Verliebtheit, Freundschaft, Fahrtenromatik... „Wo am Abend beim Feuer/ die Lieder und Becher/ uns allen in der Runde geh’n.“ Die Sprache klingt ein bisschen altertümlich, aber das wird einigen gerade gefallen. Die tatkräftige Unterstützung von Freunden mit Gesang, Akkordeon, Keyboards oder Percussion tut den Songs gut, da Kai Deutsch eine angenehme, aber nicht besonders hervorstechende Stimme hat. Natürlich zupft er auch in vertrauter Weise die Gitarre. Manchmal setzen vorangestellte Texte für die Einstimmung. Bei „Wölfe unserer Zeit“ soll es zu E-Gitarre und Bass politisch-kämpferisch werden. Der Text bleibt aber so vage, dass keine Anliegen daraus zu entnehmen sind. Die Arrangements sind liebevoll und sorgfältig gestaltet. Für den großen Durchbruch soll und wird das Album nicht sorgen, dafür fehlt den Songs die Originalität. Aber dafür ist es sicher auch nicht gedacht. Man kann sich damit ein virtuelles Lagerfeuer einrichten und von vergangenen Liederrunden träumen...

 Dadurch, dass man sich im vertrauten stilistischen Rahmen bewegt, wird das Mitmachen einfach. Zum Nachsingen gibt es im Beiheft nicht nur Texte, sondern auch Akkorde und Tempoangaben. Wer mal was Neues zur Klampfe singen möchte, kann an dem Album Freude haben. (küc)

KONSTANTIN WECKER 

                                              Album "Utopia"

Die Boxen von LIFT und LAKOMY verschieben sich etwas 
Nach vorn schieben sich dafür:
SILLY GUNDERMANN 3-LP + STEINBRÜCKEN-BUCH 

Dota Wir rufen dich Galaktika
Konstantin Wecker Utopia
30 Jahre Songs an einem Sommerabend

Liebe an Buschfunk-Neuigkeiten Interessierte,


Am kommenden Freitag erscheint das neue Studoalbum von KONSTANTIN WECKER: CD "Utopia" auch als 2-LP mit 33 Umdrehung. 
"Utopia" enthält 
 14 neuen Songs sowie einige Gedichte. Wecker im Hochform heisst: das Schwärmerische vereint mit dem Visonären mit dem Blick auf eine sich sorgende, liebes-tolle und herrschaftsfreie, eben utopische Gesellschaft.

Wir machen gute Preise für:

CD. Konstantin Wecker, Zeitlos- Das Beste 
CD. Konstantin Wecker, Das pralle Leben 1974- 1076

Klassiker deutschsprachiger Zunge:
CD. Franz Josef Degenhardt, Spiel nicht mit den Schmuddelkindern
CD. Georg Danzer, Die besten Lieder
CD. Hannes Wader, Machts gut - Das Abschiedskonzert 
CD. Ludwig Hirsch, Das Beste 
CD. Haindling. irgendwo und sowieso. Best of 
CD. Herman van Veen. Unter einen Hut. Best of


Außer Konkurrenz. CD FRUMPY. Best of. How the gipsy was born +
CD/DVDGundermann. Auswahl I


Für Ihre Sammlung nicht unerheblich sollten sein: 

2CD. 30 Jahre Songs an einem Sommerabend, Das Finale!
CD. Danny Dziuk, Wer auch immer, was auch immer, wo auch immer. Mit Preisen überhäuftes Studioalbum
CD. Wader-Wecker, Was für eine Nacht- Live. Sternstunde der Liedermacher
2CD. Wader-Wecker-Mey, Das Konzert. Ein Gipfeltreffen in der Vor- wie Rückschau 
CD-Limitierte Edition. Andre Heller, Spätes Leuchten 


 

SCHALLPLATTEN oder auch DIE VINYL-ECKE:

LP-Box. MANFRED KRUG, Die AMIGA LP's 1971-1976 mit allen (Krug-)Texten auf den LP-Taschen
2LP. Dota, Wir rufen Dich-Galaktika ODER u.a. im Duett mit Wader/ Wecker das gelungene Doppel-Album: Kaleko
3LP. RIO REISER, Am Piano 1+2+Bonus- LP 

REINHARD MEY Die Original Alben als LP:
LP-Box. Limitiert. Jahreszeiten 1967-1977- 8 Studioalben!
LP. Ich wollte nie wie Orpheus singen/ LP. Mein Achtel Lorbeerblatt/
LP. Ankomme Freitag, den 13.

 

In eigener Sache und zu Ihrer Information:

Die beiden 5-CD Boxen von Lift und Reinhard Lakomy werden erst zum 25.6.2021 veröffentlicht. Wir bitten um Verständins und freuen uns auf die Original-Alben, nun eine Woche später!
 

Unsere/ Ihre Besten im letzten Boxengassen Newsletter:


CD-Box. LIFT. Am Abend mancher Tage, Original-Alben - LIFT In einer Box die vier Original-Alben + Bonus-CD mit sehr schönen, eigenen Bearbeitungen.

CD-Box. Reinhard Lakomy. Und ich geh in den Tag, 5 Original-Alben - REINHARD LAKOMY die vier AMIGA-Alben + CD 6.13 Uhr Bahn 

3-LP. SILLY & GUNDERMANN, Unplugged- das Konzert
Buch: Steinbrücken. Die Geschichte eines Musikfestivals. 

Noch vor der großen Hitze versendet
Ihre BuschFunker!

KONSTANTIN WECKER
Utopia auf 2LP oder CD

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Die Gedichte sind gesprochen von Katharina Thalbach, Julia Nachtmann und Rosa Thornmeyer. 

Mascha Kaléko und Eva Strittmater sind für mich wichtige Poetinnen deutscher Sprache aus dem vorigen Jahrhundert. Besonders deshalb, weil die herrlichen, sgark wirkenden Liebesgedichte großartig gesprochen doppelt wirken.

Mascha Kaléko.  Liebesgedichte. gesprochen von Katharina Thalbach, Julia Nachtmann und und Rosa Thormeyer. www.goyalit.de

Mascha Kaleko gehörte zu den großen Dichterinnen des vorigen Jahrhunderts. Sie und Theodor Kramer sind meine Favoriten, Juden, mit der feinsten, deutschen Sprache.Die Gedichte werden von großartigen Leserinnen interpretiert. „Mascha Kalékos Verse treffen immer mitten ins Herz“ steht auf dem Coverumschlag. Es sind frühe Gedichte der 30er Jahre, zuerst aus Berlin, dann nach der Flucht aus New York und dann aus Jerusalem. Eine wunderbare Sprache, die verzaubert. Wortschöpfungen wie „Nächte aus Kristall“ und „in mir Lichter angezündet“ machen mich erschauern. Eine liebevolle, unübertroffene Großstadtlyrik von Weltqualität.  hedo

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Manfred Maurenbrecher – Live at Rockpalast 1985. v-zero

Hier liegen 2 Scheiben in der Box, einmal eine CD und dann noch eine DVD. Für die Älteren unter uns, braucht es da keine Erklärung, was der Rockpalast war (gibt’s den eigentlich noch?). Die legendäre, in viele Länder übertragene Liveübertragung eines Festivals von meist 3 Bands, war  immer die längste Fernsehnacht und an dem Wochenende (2 mal im Jahr) blieb Musikfreund bis morgens um 3 oder 4 h vor der Glotze. Da parallel der Stereoton über (UKW) Radio übertragen wurde, war es auch ein Musikgenuss von vorher für Fernsehsendungen nicht gekannter Tonqualität.

Etwas häufiger gab es den „kleinen“ Rockpalst, in dem Konzerte fürs Fernsehen aufgezeichnet oder Live gesendet wurden, allerdings nur in ARD zu sehen waren und der Stereoton anfangs nur im WDR zu hören war.

Maurenbrecher kannte ich bis dahin nur oberflächlich als Sänger und Pianist der als Liedermacher auftrat und war überrascht, ihn mit Band und auch relativ rockig in diesem keinen Rockpalast zu hören. 

Vor einiger Zeit schon hat der WDR angefangen, die Konzerte, bei denen die Rechte geklärt sind, als CD/DVD- Kombination zu veröffentlichen, jetzt eben auch das von Manfred Maurenbrecher.

Beim Hören der etwa einstündigen Aufnahme war ich etwas von der Tonqualität enttäuscht, die hatte ich besser in Erinnerung, aber die Musik ist immer noch gut, nicht nur für Maurenbrecher-Fans. Schade finde ich nur, dass im Booklet die Texte, die ja bei derartigen Liveacts meist nicht wirklich gut zu verstehen sind, nicht abgedruckt sind, dafür gibt es aber die Geschichte, wie Maurenbrecher zum Rockpalast gekommen ist …

Schade ist es deswegen, weil seine Texte, ähnlich wie z. B. bei Heinz Rudolf Kunze oder Konstantin Wecker (vergleichbaren Künstlern) nicht ganz unwichtig sind, zumal er auch schriftstellerisch aktiv war und ist.

Die DVD ist natürlich nicht in heute gewohnter Qualität/Auflösung, sondern in den damals üblichen TV-Standards des PAL-Systems, was aber den Sehspaß kaum trübt, für die alten Rockpalastfans sogar gar nicht, die wissen ja noch, wie es damals war.

Da parallel zur CD/DVD auch noch sein neues Buch „Der Rest ist Mut“ erschienen ist, in dem er seinen Werdegang autobiografisch beleuchtet, möchte ich da an dieser Stelle auch erwähnen. Dazu schreibe ich aber nichts, da ich es bis jetzt noch nicht gelesen habe.

CD/DVD ist zu haben unter der Bestellnummer MIG90072

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Autor, Rebell, Vorreiter – Erzählungen und Essays

Gesprochen von Julia Nachtmann und Volker Hanisch

Heinrich Mann,1871 in Lübeck geboren stellte sich früh gegen den Hitler-Faschismus. 1933 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, und er emigrierte 1933 nach Nizza und floh dann 1940 von dort in die USA. Seine wichtigsten Wer sind „Der Blaue Engel“, „Professor Unrat“ und die Kaiserreich -Trilogie „Der Untertan“.

Florian Schneider ist ein Schweizer Liedermacher, der aber zum Glück fürs norddeutsch geprägte Ohr ein südlich geprägtes Schriftdeutsch singt.

Und wie er singt! Kräftige, klangvolle Stimme (erinnert sich hier noch jemand an Karl Wolfram? Das ist die erste Assoziation beim Hören).

Seine Lieder und sein Vortrag wirken total aus der Zeit gefallen, eine Erinnerung an damals, als Leute wie er Bänkelsänger genannt wurden.

Aber es ist nichts Altmodisches an seinen „Liebesliedern, Balladen, Reiseliedern, Moritaten“ – so der Untertitel der CD. Er schreibt selbst, übersetzt aber auch gern die Sachen berühmter Kollegen, hier z.B. Tom Waits und Robert Burns. Oder „trad“, die dramatische Geschichte von The Lily of the West“ heißt hier „Lili von Waldweid“ (der Man of high degree wird hier zum „fremden Mann“, was der Sache gesellschaftlich gesehen noch einen anderen Anstrich gibt).

Er singt inbrünstig einen Choral, dann wiederum bringt er eine blutrünstige Moritat, die nicht einmal Helmut Qualtinger gruseliger hingekriegt hätte. Kurzum, grandios, und schnell noch ein großes Lob für den Geiger Adam Taubitz.

Florian Schneider: Schangsongs, www.florian-schneider.ch (GH)

Seinerzeit ist eine Band aus Detmold oder da so rum, die sich dem wilden Leben verschrieben hat.

Piratenlieder, immer an Deck und immer voll Dreck, wir merken schon, die Idylle klappt nie ganz und ist doch unwiderstehlich.

Die belästigte Frau fackelt nicht lange, sondern zieht das Messer, und ein wilder Männerchor schreit nach Zärtlichkeit und droht, alles in Grund und Boden zu schmusen – so wunderbar wird mit verwurzelten Vorstellungen gespielt, und dass wir dann zu einem Mutausbruch aufgefordert werden, dass Freundschaft gelobt wird, dass wir erfahren, dass nur durch Helga das Heil kommen kann, und dass Gender delenda est und wir endlich weg wollen von den verdammten Rollenklischees, das alles wird musikalisch wunderbar serviert und aufs Feinste mit Bass, Kazoo, Streich- und Zupferei und Akkordeon untermalt.

Mehr davon, her mit der zweiten, dritten und vierten Runde!

Seinerzeit: Erste Runde, Fuego, www.seinerzeit.online (GH)

Teil 1 „Aus der Asche“

Das Cover auf alt getrimmt, die CD selber bedruckt als Single- Schallplatte (die Idee möglicherweise geklaut von der Mardi Gras Brass Band), wie man sie aus den Zeiten vor den CDs kannte, weckt schon mal gewisse Erwartungen, die auch voll erfüllt werden.

Schon das Intro kommt sehr bombastisch daher, ein wenig an Soundtracks von Fantasy-Blockbustern erinnernd, und es geht auch, bis auf ein paar sparsam instrumentierte Stücke, mit opulenten Arrangements weiter, man könnte es beschreiben als eine Mischung aus Genesis und Ougenweide, soundtechnisch etwas modernisiert. Die Texte sind deutsch und etwas mehr als das übliche Blabla, sie können durchaus auch für sich bestehen und sind im Booklet sinnvollerweise auch nachzulesen, da die Verständlichkeit derselben aufgrund der üppigen Instrumentierung und Sounds (mit einigen, wenn auch sparsamen Einflüssen aus dem Heavy Metal) teils nicht so leicht zu verstehen sind.

Der Untertitel weist darauf hin, dass dieser Scheibe wohl noch eine weitere thematisch weiterführende folgen soll. Nach diesem Werk kann man wirklich gespannt drauf sein.

Trisol TRI  708 CD

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Gehört diese CD wohl zur Liedermacherei? Ach, unbedingt, denn irgendwer hat diese Lieder ja gemacht, auch wenn einige von Trad. dabei sind. Martin Quetsche vom Kieler Duo Schmarowotsnik tritt hier als Texter in Erscheinung, und unbedingt erwähnt werden muss Moyshe-Leyb Halpern (1886 – 1932), der aus Galizien stammte und in New York starb.

Die Lieder – und einige Instrumentalstücke – schlagen einen weiten Bogen, es geht munter los Halperns „Hoyker, du“, ein Lied, das sich an einen Buckel richtet und eigentlich düstere Stimmung verbreiten will, und endet, ebenfalls munter, mit einem von Martin Quetsche geschriebenen Corona-Lied, dessen Titel übersetzt bedeutet „Keinen Bock“ – das Lied ist nicht ganz neu, von „nach fünf Monaten mit Corona“ ist dahin die Rede, tja, und das Lied klingt zwar munter, aber traurig zugleich, wie wir das von jiddischen Liedern vielleicht erwarten und wie Schmarowotsnik es meisterhaft vermitteln.

Auf dem Cover ein Eichhörnchen, das uns ankuckt, als wolle es sagen: „Habt ihr sie eigentlich noch alle, ihr Menschen?“, auf der Rückseite Christine von Bülow und Martin Quetsche beim Musizieren, dazwischen liegt die CD, die einfach in jedem Punkt überzeugt und ein großer Hörgenuss ist. Auch und gerade in Coronazeiten! Schmarowotsnik: Naye Yidishe Lider, www.silberblick-musik.de (GH)

Deutsche CD

Freude – eine neue CD von Kersten Flenter! Naja, nicht nur von ihm (aber seine Werke sind im FM ja schon oft gepriesen worden), sondern mit der Band Das letzte Ahorn.

Auf dem Cover geht es heftig zu, drei Herren rücken mit Axt und Säge dem Ahorn auf den Stamm, Kersten steht mit dem Banjo daneben und ein kleiner Hund im Vordergrund scheint zu denken: „Die spinnen, die Menschen.“

Aufgenommen wurde die CD in einem zum Studio umfunktionierten Ferienhaus im Ort Trans (!) im dänischen Jütland, und herausgekommen ist eine Sammlung von allerlei butzigen, schmutzigen, trutzigen und nichtsnutzigen Gassenhauern. Man hört richtig, welchen Spaß sie bei den Aufnahmen hatten, und der Spaß greift auf die geneigte Zuhörerin über. Dem Ortsnamen getreu wechseln sie munter den Stil, so ungefähr alles von Walzer bis Country ist vertreten, und wenn es gerade so laut war, dass einer die Ohren dröhnen, wird es dann melodisch zum Heulen.

Alle Titel haben sie selbst geschrieben, dabei sind auch Übersetzungen (ein dystopisches Lied ihres kanadischen Freundes Geoff Berner, z.B.), und auf Sachen wie „Ich weiß, dass ich mit dir abhauen will, egal auf welchen Kontinent, Hauptsache Hannover“ muss man erst mal kommen. Wunderbar auch die Aufmachung, ein kleines Hardcoverbuch mit allen Texten, Infos und vielen Fotos! Das letzte Ahorn: Ja, Mann, https://www.das-letzte-ahorn.de (GH)

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Eine Scheibe aus dem Jahr 2000,
die aus schleierhaften Gründen
jetzt auf unseren Schreibtisch
gelangt ist.

Die CD ist wohl das Ergebnis von Mädchen-Workshops in Berlin, das Beiheft gibt außer den Texten wenig
Infos her. Die Girls singen zu gut gemachter Rock-Begleitung. Alle Songs sind aber von einem Mann
geschrieben. Einige der bewusst antikommerziellen Texte, etwa über Missbrauch oder Drogensucht, bleiben
aktuell. „Schwestern und Brüder“ über Kinder im Krieg klingt etwas folkig und wäre für eine weitere
Verbreitung geeignet. Das krampfhaft Aufmüpfige ist dagegen eher peinlich. Zum Thema „Ausländer“ ist die
Diskussion heute erheblich weiter. Vermutlich arbeiten die nächsten Generationen selbstbewusster Mädchen
musikalisch etwas eigenständiger. (küc)

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Songpoesie würde ich nennen, was die beiden aus Köln stammenden Profis hier vorlegen. Es gibt viele weiche, elegische Melodien, gesungen wie gespielt. Während die elf Titel der Debüt-CD wie aus einem Guss ineinander übergehen, ist das Genre schwierig festzulegen. Eva Viola Müller (Stimme) und Stefan Michalke (Tasten) bewegen sich zwischen Jazz, Pop, Weltmusik und Chanson. Die beiden Klassiker „Autumn Leaves“ und „Besame Mucho“ passen bestens zu der Leichtigkeit und Melancholie, die das Album verströmt. Sie werden aber mit frischen Arrangements inkl. Beatbox (!) neu interpretiert. Die eigenen Lieder von MüllerMichalke drehen sich um die innere Suche, um das Verhältnis zur Natur oder zu anderen Menschen. Die ungewöhnlichen Strukturen ihres Materials verweisen auf die Entstehung in enger Kooperation. Die alte Rollenverteilung zwischen Sängerin und Begleitung ist aufgehoben, beide agieren auf Augenhöhe und haben sich gegenseitig inspiriert. So war nicht selten zuerst die Melodie da, die von der Sängerin betextet wurde. Ihre sanfte Stimme passt gut zu ihrem klaren, ungekünstelten Stil. Stefan Michalke setzt nicht nur den Flügel, sondern jeweils passgenau auch Rhodes Piano, Synthesizer und Akkordeon ein. Auch er agiert eher zurückgenommen, mit einem ausgeprägten Sinn für Phrasierung. Gäste an Violine und Klarinette setzen tolle Glanzlichter bei einzelnen Songs. Das Album lässt sich entspannt hören und nimmt einen mit, wobei man die Gedanken wandern lassen kann. Ein außergewöhnliches Duo mit ehrlichem Ausdruck, das seinen eigenen Weg gefunden hat. (küc)

   
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